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1978-1993
SEIT ÜBER 30 JAHREN ARBEITEN DIE LEITENDEN DER FRANKFURTER ALTENPFLEGEHEIME ZUSAMMEN

Bereits 1978 wurde das erste Treffen der Frankfurter Heimleiter von Marianne Steigerwald vom Sozialamt der Stadt Frankfurt - Abteilung Altenhilfe und zuständig für die Vermittlung älterer Bürger in Einrichtungen der stationären Altenpflege - ins Leben gerufen. Marianne Steigerwald, als leitende „Sozialfürsorgerin“ seit 1967 dort tätige, hatte die Aufgabe übernommen, in den Heimen Besuche abzustatten und Verbesserungsvorschläge im Sinne der dort lebenden Menschen zu machen. Als 1975 das ordnungsrechtliche Heimgesetz eingeführt wurde, das die Interessen der Heimbewohner formuliert und regelt, begann auch die Kommune ihre Daseinsfürsorge gegenüber ihren hilfe- und pflegebedürftigen Bürgern differenzierter wahrzunehmen.
Daher kam die rührige Marianne Steigerwald auf die Idee, die Heimleitenden trägerübergreifend zusammenzubringen, um heimspezifische Probleme im Gespräch zu klären und gegebenenfalls einer Lösung zuzuführen. Diese Treffen fanden damals mehrmals im Jahr statt. Die Abteilung Altenhilfe lud dazu die Heimleitenden zunächst in die Räume des Sozialamtes ein und später im Wechsel auch in die Altenpflegeeinrichtungen Frankfurts.

Die Treffen dienten dem beiderseitigen Austausch: Die Abteilung Altenhilfe informierte und diskutierte finanzielle Regelungen. Ziel war auch, die Vermittlung von Bürgern in die Einrichtungen zu vereinfachen. Damals machte man sich schon darüber Gedanken, ob die Menschen, die ins Heim einziehen wollten, auch zu den dort schon lebenden Personen passen. Zu dieser Zeit gab es in den Heimen noch keine eigenen Sozialdienste, die diese Aufgabe hätten übernehmen können. Viele Einrichtungen in Frankfurt hatten seinerzeit auf ein eigenes Belegungsrecht von Bewohnern verzichtet. Daher wurden ihnen von der städtischen Vermittlungsstelle Menschen zugewiesen, die in ein Heim einziehen wollten.
 
Zu diesem Zweck erfragten die Sozialarbeiterinnen der Vermittlungsstelle jeden Montag in den Einrichtungen die Anzahl freier Plätze. Die städtischen Mitarbeiterinnen kamen auch in die Heime und boten Beratungsstunden an.
 
Ab 1980history 01 wandelte sich die Bewohnerstruktur in den Alten- und Pflegeheimen. Lebten in den 70er Jahren noch viele rüstige Menschen in den Altenheimen, erhöhte sich im Folgejahrzehnt das Eintrittsalter der Bewohner und damit einhergehend auch deren Pflegebedürftigkeit.
Gleichzeitig machte sich ein zunehmender Personalmangel in den Einrichtungen bemerkbar. Das heißt, die Personalanhaltswerte, die das Verhältnis von Pflegenden zu Pflegebedürftigen regeln, verschoben sich dergestalt, dass eine ausreichende Pflege und Betreuung bei steigenden Anforderungen immer weniger gewährleistet war. „Wir befanden uns in Zeiten des Pflegenotstandes. Die Frankfurter Heime warben sich gegenseitig durch finanzielle Zusatzleitungen das Pflegepersonal ab.“

SEIT 1988 SPRECHERKREIS
Während eines Heimleitertreffens 1988 entstand die Idee:
„Nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten“,
um dem Pflegenotstand und den schwierigen Situationen in den Frankfurter Heimen entgegenzuwirken. Der Sprecherkreis der Leiterinnen und Leiter der Frankfurter Altenpflegeheime wurde gegründet. Der Sprecherkreis ist ein von den Heimleitern gewähltes paritätisches Gremium, das die Heimleitenden in der Öffentlichkeit sowie im politischen Umfeld auf Stadt- und Landesebene vertritt. Gewählt werden Heimleiter und Heimleiterinnen aus Einrichtungen, die neben privater Trägerschaft auch folgenden Verbänden angehören: Paritätischer Wohlfahrtsverband, Caritas, Diakonie, Innere Mission, Arbeiterwohlfahrt und Jüdische Wohlfahrtsstelle.
 
Der Sprecherkreis geht in die Offensive
Der neun Heimleitende umfassende Sprecherkreis traf sich zunächst mit dem Leiter des Sozialamtes sowie mit Politikern in Frankfurt und Wiesbaden. Ferner schaltete er in seine Arbeit die Presse mit ein. Es fand eine erste Pressekonferenz im Seniorenrathaus am Römer statt, um den Medien die sich dramatisierende Situation vor Augen zu führen:

    • Verschiebung des durchschnittlichen Eintrittsalters auf über 80
    • Multimorbidität bei gleichzeitigem Pflegenotstand und
    • geringe Personalanhaltswerte

Die öffentliche Bekanntmachung dieser Informationen und Forderungen an die Pflegesatzkommission des Landes Hessens führten zu einer Erhöhung der Personalanhaltswerte.
 
Der Sprecherkreis der Frankfurter Heimleiter vertritt die Interessen der Heime und ihrer Bewohner in der Stadt und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, insbesondere auch in Gesprächen mit den amtierenden Sozialdezernenten der Stadt sowie den verantwortlich Leitenden des Jugend- und Sozialamtes der Stadt.
 
Im Jahre 1989 gab es personelle Veränderungen in der Abteilung Altenhilfe des Sozialamtes: Vermittlung älterer Bürger in Einrichtungen der stationären Altenpflege. Wolfgang Rühl und seine Mitarbeiter schufen die „Zentrale Heimplatzvermittlung“. Das heißt, eine zentrale städtische Stelle sorgte fortan für die Belegung der Frankfurter Altenpflegeheime.
 
Die für die Heimaufnahme zuständigen Heimleiter und Mitarbeiter wurden von der Abteilung Altenhilfe daraufhin eingeladen, inhaltliche Fragen zur Organisation in den Heimen, zum Thema Heimplatzvermittlung sowie zur Verbesserung der Heimsituation gemeinsam zu besprechen.   
Im Sprecherkreis fanden schon damals die Vorabklärungen der Themen statt, die auf den sechsmal im Jahr in jeweils einem anderen Heim stattfindenden Heimleitertreffen auf der Tagesordnung standen. Die Handlungsleitlinie für die Arbeit des Sprecherkreises war von Anfang an basisorientiert.

Das bedeutet, dass die Betreuung und Pflege alter Menschen in den Heimen nur dann sinnvoll gestaltet werden kann, wenn genau auf die konkreten Mängel geschaut wird, diese benannt, angegangen und behoben werden. Eine immer währende Aufgabe.      


Die Heimleitungen in Frankfurt setzen sich dafür ein, dass den Heimbewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. Das heißt: Hilfe zur Selbsthilfe, die sich an dem orientiert, was der Betroffene für sich selbst noch leisten will und kann. Ferner gilt es, den Alltag der Heimbewohner gemäß des Artikels 1 der Verfassung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zu gestalten, obwohl die Komplexität der gesetzlichen Rahmenbedingungen die Umsetzung dieser ethischen Leitlinien zunehmend erschweren.

Das gesamte Personal in den Heimen soll in seiner Arbeit basisorientiert unterstützt werden. Denn gute Betreuung und Pflege sind nur dann sicherzustellen, wenn den Mitarbeitern Wertschätzung entgegengebracht wird, sie gut ausgebildet sind und ständig weitergebildet werden, sodass sie ihre Arbeit verantwortlich und selbstbewusst verrichten können.
Zudem werden Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik Frankfurts regelmäßig über das Leben in den Frankfurter Heimen unterrichtet. All dies sind Grundaufgaben des Sprecherkreises seit seinem Bestehen.
 
1993 führte history 03 diese Haltung zur ersten authentischen Imagekampagne für den Altenpflegeberuf. Die Idee dazu hatte Thea-Irene Heinich, ehemalige Artdirektorin und Bewohnerin in der mehrgliedrigen Frankfurter Altenpflegeeinrichtung – Haus Aja Textor-Goethe

Sie legte 1991/92 dem Leiter des Hauses Fotos vor, die Teil dieser sehr erfolgreichen Kampagne wurden. Die Hauptbotschaft lautete:
Altenpflege: Der Beruf, in dem jeder Tag zählt.
Die Kampagne bewirkte – neben dem Imagezuwachs in der Region - eine Erhöhung der Bewerberzahl in den Frankfurter Altenpflegeschulen:
1993/94 ein Plus von 10,10 Prozent und 1994/95 ein Plus von 19,25 Prozent    

history 04 Die Kampagne führte zur Gründung des FRANKFURTER FORUMS FÜR ALTENPFLEGE am 26. Januar 1993.
Ohne die Hilfe der Stadt Frankfurt, Abteilung Altenhilfe, sowie die Unterstützung vieler weiterer Mitstreiter aus den Bereichen Trägerschaft, Heimgesetz, ambulante Dienste, Seniorenbeirat, Kreativteam, Medien und die Deutsche Städtereklame hätte diese öffentliche Maßnahme nicht umgesetzt werden können.

 


1994-1999
SEIT 1993 FRANKFURTER FORUM FÜR ALTENPFLEGE

Die über die erfolgreiche Imagekampagne gewonnenen Erfahrungen und die Kontakte zur Presse wollte man sich weiter nutzbar machen. Daher beschlossen der Sprecherkreis und die Leitenden des Heimleitertreffens den Aufbau eines Netzwerk- und Pressebüros, um den Sprecherkreis in seiner Arbeit zu unterstützen und eine dauerhafte Berichterstattung aus den Heimen über deren Aktivitäten zu garantieren.
 
Das Büro nahm 1994 offiziell seine Arbeit auf und erhielt seitens der Stadt Frankfurt eine Zusage für die Finanzierung, die von den Mitgliedsheimen des Forums sichergestellt wird. Die FFA-Mitgliedschaft ist freiwillig.
 
Einführung von Heimbroschüre und FFA intern Pressedienst
Mit Einführung der Pflegeversicherung waren die Frankfurter Pflegeheime so aufgestellt, dass sie Vor- und Nachteile des neuen Gesetzes öffentlich kommunizieren konnten. 1995 brachte das Forum die erste Heimbroschüre heraus, die 1996 neu aufgelegt und um die Beschreibung der Pflegeversicherungsleistungen ergänzt wurde. Sie informierte die Bürger Frankfurts über die Neuorientierung des Gesetzes und bot einen Überblick über das Leistungsspektrum der Frankfurter Heime. Zudem erschien der erste FFA Pressedienst, der seit dieser Zeit über Themen und Probleme aus Frankfurts Heimen berichtet. Heute handelt es sich um digitale Newsletter-Verbreitung.
 
Einführung von Fachgesprächen
Die Pflegeversicherung, die den betroffenen Menschen eine wesentlich finanzielle Erleichterung brachte, verschlechterte die finanzielle Lage in den Heimen. Denn die Betreuung des großen Anteils demenziell erkrankter Heimbewohner zählte nicht mehr explizit zum finanzierten Leistungsangebot der Heimpflege bundesweit. Das veranlasste den Sprecherkreises, diese Auswirkungen mit Pflegekassen, Heimgesetz und der Stadt Frankfurt zu diskutieren. Es wurden regelmäßig stattfindende Fachgespräche geführt.
 
Im Jahre 1997 beschlossen die Heimleitenden, die Heimleitertreffen selbst zu organisieren, gemäß ihrer Handlungsleitbegriffe:
Selbstbestimmung, Selbstorganisation, Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Authentizität.

Als im Jahre 1998 die ZDF-Dokumentation „Abgezockt und totgepflegt“ ausgestrahlt wurde, die über massive Missstände in der Heimpflege berichtete, ernannte der Sprecherkreis eine kleine Arbeitsgruppe, bestehend aus zwei Heimleiterinnen und der Leiterin der Netzwerkstelle.
Die Arbeitsgruppe gab sich den provokativen Namen:
„Die Würde des Alters ist antastbar“ Sie erweiterte sich später um zwei Personen und arbeitete ein PR-Kampagnenkonzept aus, das in der Umsetzung dazu führte, dass die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 1999 das Frankfurter Sofortprogramm für eine bessere psychosoziale Betreuung von Heimbewohnern und ambulant betreuten Menschen beschloss.
 
Der Sozialausschuss der Stadt Frankfurter am Main setzt sich seit 1999 maßgebend dafür ein, dass das Frankfurter Programm für eine bessere psychosoziale Betreuung in Altenpflegeheimen auf den Weg kam.

 


2000-2011
FRANKFURTER PROGRAMM  WÜRDE IM ALTER

Nachdem die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Jahre 2000 das „Sofortprogramm zur Verbesserung der psychosozialen Betreuung in Altenpflegeheimen“ in Höhe von 3,4 Mio. DM beschlossen hatte, versuchten die Pflegekassen zunächst die Auszahlung dieser Mittel zu verhindern bzw. sie als Betriebskostenzuschüsse bei der nächsten Entgeltverhandlung der geförderten Heime abzuziehen. Nach mehrmonatigen Verhandlungen einigten sich die Beteiligten schließlich darauf, die Mittel für zusätzliche Betreuungsprojekte außerhalb des SGB XI einzusetzen. Die Förderrichtlinie der Stadt Frankfurt konnte daher am 01.06.2001 in Kraft treten. Heimbewohnerinnen und -bewohner, die aufgrund gerontopsychiatrischer Erkrankungen oder biografischer Traumatisierungen einen psychosozialen Betreuungsbedarf haben, der über die Leistungen des SGB XI hinausgeht, sollten durch die Projekte zusätzliche psychosoziale Hilfen erhalten.


history 06Mit den Projektmitteln wurden und werden in den Heimen beispielsweise Betreuungsgruppen für demenziell erkrankte Menschen initiiert, tagesstrukturierende Maßnahmen eingeführt oder spezifische Einzelbetreuungsprojekte entwickelt.

Auch wurden Projektmittel zur Mitarbeiterweiterbildung innerhalb der Einrichtungen bzw. einrichtungsübergreifend eingesetzt. Die Evaluation der Projekte übernahm im ersten Projektjahr die Fachhochschule Frankfurt.

Broschüre: „Den Lebensabend in Würde gestalten“
In den Jahren 2003/2004 wurden die Projekte von der Netzwerk- und Pressestelle des Frankfurter Forums für Altenpflege mittels Email-Kampagnen der journalistischen Öffentlichkeit kommuniziert. history 07Dabei wurde jedes Projekt in allgemeinverständlicher Form von den Projektleitenden in den Heimen im Artikelformat (mit Bild) selbst beschrieben und in der Pressestelle redaktionell aufbereitet. Damit gelang die Verknüpfung professioneller PR-Arbeit mit basisorientiertem Handeln auf beschreibender Ebene.
Diese innovative Entwicklung im Bereich der sozialen Arbeit und die Kampagne „Die Würde des Alters ist antastbar“, die von 1998 bis 2002 lief, wurden bei der Verleihung des PR-Preises 2003 an die Pressestelle des Frankfurter Forums für Altenpflege mit der goldenen Brücke ausgezeichnet.

Die einzelnen Artikel über die Projekte wurden schließlich in der Publikation „Den Lebensabend in Würde gestalten“ zusammengefasst und den Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts zugänglich gemacht. Diese Schrift zeigt zugleich die Bandbreite der Betreuungsprojekte in den Frankfurter Heimen.

Seit 2003 Seniorenfest auf der Konstablerwache

Als Dank an die Stadt Frankfurt und ihre Bürgerschaft, die das Sofortprogramm letztlich mit ihren Steuermitteln finanziert, veranstaltet das Frankfurter Forum für Altenpflege seit dem Jahr 2003 ein Fest auf der Konstablerwache. Es findet seit dieser Zeit im Ein- oder Zweijahrestakt im Spätsommer statt. Die beteiligten Heime präsentieren dort ihre Arbeit und die durch das Sofortprogramm finanzierten Betreuungsprojekte. Auch Fachbehörden und weitere Institutionen sind mit Informationsständen vertreten. Zudem werden Unterhaltungsprogramme geboten sowie Diskussionen über altenhilfepolitische Themen geführt. Im Jahr 2007 stand das Fest unter dem Motto: „Einsicht, Aussichten: Alle Sinne schärfen“.

Im Jahre 2006 wurde das bis dahin sogenannte Sofortprogramm in das „Frankfurter Programm Würde im Alter“ umbenannt, womit die Stadt Frankfurt am Main die jährlich finanzierte Maßnahme von 2,7 Mio. zugleich auf 3 Mio. aufstockte und verbindlich für die Altenpflege Frankfurts festschrieb.

Dank des Frankfurter Programms, das in dieser Form in der Bundesrepublik einmalig ist, haben sich sowohl die Pflege- als auch die Betreuungsqualität in den Frankfurter Altenpflegeheimen signifikant verbessert.

Kultur der Pflege ist Pflege der Kultur
Altenpflegeheime werden in der Öffentlichkeit oft auf ihre Pflegeleistungen reduziert. Heime sind jedoch Wohnorte für pflegebedürftige Menschen, deren Betreuung und Versorgung sich nicht nur an körperlichen Defiziten orientieren darf. Heimbewohnerinnen und -bewohner haben nicht nur körperliche, sondern vor allem psychische, soziale, kulturelle und spirituelle Bedürfnisse, zu deren Erfüllung die Einrichtungen beitragen müssen. Die vielfältigen Anstrengungen der Frankfurter Heime wurden im Jahr 2005/2006 in der Kampagne „Kultur der Pflege ist Pflege der Kultur“ zusammengeführt. Jedes Heim präsentierte dazu einen seiner konzeptionellen Schwerpunkte, wie z.B.

    • Kulturarbeit
    • Integration ehrenamtlicher MitarbeiterInnen
    • spezielle Therapieformen wie: Kunsttherapie, tiergestützte Therapie oder Clowntherapie
    • besondere kulinarische Projekte
    • religiös-spirituelle Angebote
    • Sterbebegleitung

history 08Dazu erstellten die Heime mit Unterstützung der Pressestelle des Frankfurter Forums für Altenpflege Berichte über ihre Arbeit, die bundesweit an Tageszeitungen, Fachzeitschriften und weitere Multiplikatoren versandt wurden.

Zum Abschluss der Kampagne wurden alle Projektbeschreibungen in der Broschüre „Kultur der Pflege ist Pflege der Kultur“ abgedruckt. Wie die schon zuvor genannte Broschüre „Den Lebensabend in Würde gestalten“ konnte sie dank der Unterstützung von Sponsoren kostenneutral finanziert werden.

DAS STATIONÄRE FRANKFURTER PROGRAMM
WÜRDE IM ALTER

AUS SICHT DER KOMMUNE, DES GELDGEBERS

Maßnahmen zur Unterstützung der Betreuung in Frankfurter Altenpflegeheimen werden kontinuierlich seit 2001 als städtische Zuwendung gefördert. Derzeit zahlt die Stadt jährlich 1,85 Mio. Euro zur Verbesserung der psychosozialen Betreuung in Frankfurter Altenpflegeheimen. Die Zuwendungen sind dauerhaft, wenn die Bedingungen aus der Förderrichtlinie erfüllt werden. Die Förderung erhalten ausschließlich Frankfurter Altenpflegeheime im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens.

Zuwendungen erhielten 27 Altenpflegeheime 2008 für Maßnahmen in der Einzel- und Gruppenbetreuung (Einzelbetreuung in der Regel für bettlägerige Menschen) und für die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
 Finanziert werden einrichtungsindividuelle Maßnahmen, deren Umsetzung und Mittelverwendung nachgewiesen werden müssen. Bereits praxiserprobte, ernsthaft umgesetzte Konzepte verliefen erfolgreicher als selbstentwickelte Maßnahmen.
Ein Grund dafür ist, dass praxiserprobte Konzepte eine ganzheitliche Sicht- und Arbeitsweise beinhalten, d. h. strukturelle Veränderungen voraussetzen. Das war Ziel der letzten Jahre und ist es auch für die kommenden, denn Entwicklungen und Veränderungen in der Pflege sind langwierig.
 
history 09Außerdem werden einrichtungsübergreifende Projekte gefördert und zwar in der Beratung und Unterstützung von Frankfurter Altenpflegeheimen bei der Planung und Implementierung von:

  • Ehrenamts- und Angehörigenmanagement,
  • Unterstützung bei der Implementierung von palliativer Kompetenz und Abschiedskultur in Altenpflegeheimen
  • das Konzept Privatheit in Altenpflegeheimen zum Erhalt privater Bindungen
  • und der Entwicklung eines Betreuungs- und Beziehungsnetzes in der stationären Versorgungsstruktur sowie
  • Ethik-Komitee in der stationären Altenpflege.


Die Absicht, die hinter der einrichtungsübergreifenden Förderung steht, ist die noch gezielter ausgerichtete und verpflichtende Verbesserung der Betreuung.
 
Im Programm etabliert sind der sechswöchig stattfindende Erfahrungsaustausch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die geförderten Maßnahmen umsetzen, sowie gemeinsame Fortbildungen, beispielsweise zum Thema Psychopharmaka. Die Teilnahme am Erfahrungsaustausch ist verbindlich. Daran und an den gemeinsamen Fortbildungen können auch nicht geförderte Frankfurter Altenpflegeheime teilnehmen.  
Konzeption und Umsetzung der Maßnahmen seitens Stadt Frankfurt:  Gabriele Rister